Narrenwecken 2008

Das Fürstenpaar hat die Gnade und bequemt sich dem gemeinen Volke ihre Rede zur Verfügung zu stellen.
Für das nächste Mal wird ein Schreiber unsere Weisheiten aufzeichnen und das Volk diese auswendig lernen.
Wir wollen ja unsere Genialität nicht unnütz anstrengen.
 
Seine (in Abwesenheit Ihrer Emanzipiertheit) Herrlichkeit,
Waldfürst Severin I. vom/zum/überm&drüberm Wienerwald
 
   
 
Ihre Emanzipiertheit Waldfürstin aus dem Wienerwald Judith, I Ihre Untertänigkeit Waldfürst aus dem Wienerwald Severin I,
Proklamation
Den Text hier, ums vorweg zu sagen, schrieben wir sehr spät,
so fehlte es an Kreativität.
Drum holten wir uns aus dem Dorf
einen heißen Oachkatzlschwoaf.
Dadurch kamen wir in die Lage
zu schreiben die folgende Sage:
Zu Beginn nutze ich die Gelegenheit
und stelle sie vor, meine Emanzipiertheit:
Aus Tullnerbach, da kommt sie her;
zu finden sie war nicht sehr schwer.
Als junger Fürst trieb’s mich zur Jagd
Nach einer holden, schönen Magd.
Mit ihrem virtuosen Geigenspiel
war sie für mich ein leichtes Ziel.
Und ich konnte sie mit einem Lachen
zu meiner lieben Fürstin machen.

Des Waldfürsten aus dem Wienerwald
edle Dame war ich bald.
Er sprach mich an, als Mann so sehr,
war er ja beim Bundesheer;
Fährt ein Auto, weiß, mit Stern,
Solche Männer mag ich gern.
Und so nahm ich ihn, den blonden Knaben,
denn was besseres gibt’s nicht zu haben.
Er ist meine Untertänigkeit,
Wie es sich gehört, zur heutigen Zeit.

Uns vereinen gar viele Sachen,
die wir gern gemeinsam machen,
Radfahren, Laufen, all den Sport,
treiben wir in diesem Ort.
Kurven ständig hin und her,
mit Plakaten und der Feuerwehr.
die Plakate tun uns nicht sekieren,
weil sich die Ständer minimieren.
Mehr Zeit stiehlt uns die Feuerwehr
denn Retten, Löschen und Bergen ist sehr schwer.
Doch fehlt uns dazu noch der Rüst,
den man einfach haben müsst.
Aber es ist nicht allzu schlimm, wenn wir keinen haben,
denn genauso geht’s in Tullnerbach und auch in Wolfsgraben.

Nun kommen wir zur Residenz:
Die Unsrige liegt an der Waldesgrenz’.
Es ist zugig, kalt, selbst wenn der Schornstein raucht,
also alles was eine Duckhütte braucht.
Sie liegt dem See weit darüber,
man sieht in alle drei Ortschaften hinüber.
Nur Pressbaum hat, das freut uns sehr,
als einzige einen großen Kreisverkehr.
Über dessen Mitte streitet man sich sehr,
gebt einfach von uns ein Denkmal her.
Wir haben schon eins konzipiert,
Mal schauen, ob daraus was wird.

Das wird bestimmt nicht billig,
aber unsre Gemeinde ist ja zahlungswillig.
Nur blöd, dass in der Gemeindekassa
sich nicht findet ein einziger Piasta,
Tullnerbach fragen wir als zweites,
weil das ja nicht so pleite ist.
Haben dort immer Geld zur Hand,
auch für ein Zentrum am Ortsrand.
Weiters baute man einen Katastrophenschupfen
und einen Platz zum Im-Sand-Hupfen.
In Wolfsgraben feiert die Kirche Jubiläum,
aber das ist nächstes Jahr eh um.
Drum hat’s uns nicht interessiert,
was da hinterm Berg passiert.

In Pressbaum baute man nach langem Warten,
einen großen, bunten Kindergarten.
Dort bekommt fast jeder Fratz,
einen Kindergartenplatz.
Für alle, bis auf endlich viele,
gibt es jetzt Vergnügungsspiele.
Jetzt fehlt nur noch ein hoher Zaun,
weil die Kinder über den Bach abhau'n.
Womit wir bei der Bildung wären,
unserm persönlichen Begehren.
Wir wollen, auch wenn alle lachen,
es für unsere Kinder besser machen.

Drum studieren wir beide, wie ein Genie,
Kunststofftechnik und Geodäsie.
Vermessungswesen gibt’s in Wien,
für Plastik muss man weiterzieh’n,
Da lernen wir Mathematik und Physik,
Das erweitert zwar unsern Blick,
doch zieht’s uns zu Fasching hierher zurück,
denn beides gibt’s hier nicht, zum Glück.
Hier gibt’s nur Heiterkeit und Lachen,
und allerlei lustige Sachen.
Drum schallen wir, ganz frei und froh,
TU-PRE-WO, TU-PRE-WO
 
     
 
     
 
     
 
     
 
 
     
     
 
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